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Karneval von A-Z

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Über Stunden stehen die Jecken schon entlang des Zugwegs, warm eingepackt und ausgestattet mit „Kamellebüggel“, um die Kamelle, Strüßjer und Schokoladentäfelchen aufzuheben. Dann endlich kommt der erste Traktor mit dem wichtigen Hinweisschild. „D’r Zoch kütt!“ Ab jetzt regnet es nur noch Kamelle und es wird viel Freude geschenkt. Der Kölner Rosenmontagszug ist der Umzug der Mitgliedsgesellschaften des Festkomitees:  Traditionskorps, Tanz- und Musikgruppen und Gesellschaften, mit Fußgruppen, Reitern, Kutschen, Fest- oder Prunk- und Bagagewagen ziehen von der Severinstorburg über die Ringe und durch die Altstadt bis zur Mohrenstraße. Ein besonderes Highlight sind die ideenreichen Persiflagewagen, die aktuelle Themen aus Lokal-, Landes- und Weltpolitik aufs Korn nehmen. Tonnenweise werden Kamelle, Strüßjer und anderes Wurfmaterial zu den Zuschauern am Rand geworfen. Die Jecken schunkeln viele Stunden bis zum Höhepunkt ganz am Schluss: dem Kölner Dreigestirn. In Begleitung der EhrenGarde der Stadt Köln kommen Jungfrau und Bauer gemeinsam auf einem Wagen gefahren, ihnen folgen die Prinzen-Garde Köln und der Kölner Prinz Karneval. Wenn anschließend die orangen Kehrmännchen die Straße reinigen, ist der Zoch vorbei.

Die Dauer der Kölner Karnevalssession richtet sich nach dem Termin von Ostersonntag im jeweiligen Jahr. Wie 325 n. Chr. beim Konzil von Nicäa beschlossen wurde, ist Ostern immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühjahr. Nach dem Osterfest richten sich alle beweglichen Feiertage in Deutschland aus. Aschermittwoch liegt genau 46 Tage vor dem Osterfest.

Die dicke Trommel ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen. Mit dem Beginn des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht ziehen die Jecken um die Häuser und treffen aufeinander, nicht selten stehen spontan Kostümierte aus dem Veedel beieinader und singen zusammen – mit Unterstützung der „Decke Trumm“.

Alternative Karnevalsrevue mit jecken Präsidenten und -innen, „Ebasa” dem Meister, dem Orchester der Liebe, dem sturmerprobten Winkemariechen und Gästen für all die Jecken, die fernab der klassischen Formate eine schräge, jecke Alternative suchen.

Eine Oper, ein Musiktheater der ganz besonderen Art, das zur Karnevalszeit im Opernhaus aufgeführt wird: In dem Stück, das meist ein Ereignis aus der Stadtgeschichte auf komisch-parodistische Weise darstellt, wird nur Kölsch gesprochen und alle Rollen werden von Männern übernommen! Akteure sind die Mitglieder der Bühnenspielgemeinschaft des 1842 gegründeten Kölner Männer-Gesang-Vereins, die sich Cäcilia Wolkenburg nennen und unter anderem ein perfektes Ballett offerieren.